Nahrungsergänzungsmittel – Die richtige Einnahme und Zusammenstellung von Vitaminen, Mineralien und Co

Autor

Tabea Böhler

Ernährung, 27. Oktober 2021

Ernährungsmedizinerin, Trainerin für EMS & HIIT-Workouts und leidenschaftliche Sportlerin.


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Mikronährstoffe

Verschiedene Nahrungsergänzungsmittel auf einem Löffel

Nahrungsergänzungsmittel – Die richtige Einnahme und Zusammenstellung von Vitaminen, Mineralien und Co

Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel boomt. Viele Menschen wollen sich mit einem extra an Vitaminen, Mineralstoffen und Co etwas Gutes tun und greifen dazu tief in die Tasche. Aber was können solche Mittelchen wirklich? Welche Stoffe in welcher Menge sind gut für dich? Das und mehr erfährst du in diesem Beitrag.

Was sind Nahrungsergänzungsmittel?

Nahrungsergänzungsmittel (NEM) sind Lebensmittel, die dazu bestimmt sind, die allgemeine Ernährung zu ergänzen. Dazu enthalten sie ein dosiertes Konzentrat an besonderen Stoffen, die auch in normalen Lebensmitteln vorkommen und ernährungsspezifisch oder physiologisch wirksam sind. Im Klartext bedeutet das: Sie unterstützten die normalen Abläufe und Körperfunktionen des menschlichen Organismus. Das Gegenteil von “physiologisch” wäre “krankhaft”.

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NEM gibt es in allen möglichen Formen: Kapseln, Filmtabletten und Dragees, Brausetabletten, Tropfen oder Pulver. Ist ein Lebensmittel ein NEM, muss es mit dem Aufdruck “Nahrungsergänzungsmittel” unmissverständlich gekennzeichnet werden.

Was bringen Nahrungsergänzungsmittel?

In der richtigen Menge können Nahrungsergänzungsmittel dazu beitragen, unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden zu erhalten. Ist ein solcher Effekt für eine bestimmte Substanz wissenschaftlich nachgewiesen, darf ein Nahrungsergänzungsmittel, das diesen Stoff enthält, offiziell mit einem sogenannten Health Claim beworben werden. Dieser muss für den Verbraucher oder die Verbraucherin verständlich sein. Unwahre oder nicht zutreffende Aussagen sind hingegen EU-weit verboten. Entscheider über die Zulassung dieser Claims sind die Experten und Expertinnen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA).

Mit einem sogenannten Health Claim bzw. einer gesundheitsbezogenen Angabe darf ein Produkt also nur dann beworben werden, wenn die postulierte Wirkung oder Beziehung ausreichend wissenschaftlich nachgewiesen ist. Zudem muss die vom Hersteller vorgegebene Dosis hoch genug für die beworbene Wirkung sein. Welche Health Claims aktuell in der EU zugelassen sind, lässt sich auf der Website der EFSA nachschlagen.

NEM können aber weder Krankheiten noch krankhafte Beschwerden heilen, lindern oder verhüten. Wäre dies der Fall, sprächen wir von einem Arzneimittel mit pharmakologischer Wirkung. Da es für einen Effekt immer eine gewisse Mindestmenge einer Substanz braucht, kann es sein, dass ein Stoff in geringer Dosis zu den Nahrungsergänzungsmitteln zählt (keine pharmakologische Wirkung), in höherer aber als Arzneimittel gilt (pharmakologische Wirkung).

Wann solltest du zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen?

NEM sind kein Ersatz für eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Oberste Priorität haben immer noch ganz gewöhnliche Nahrungsmittel! Hast du deine normale Ernährung im Griff, kannst du über gezielte Ergänzung nachdenken. Orientierung bietet hier die Muskel-und-Kraftnahrungs-Pyramide von Eric Helms:

Muskel- und Kraftnahrungspyramide

Basis der Pyramide ist die Energiebilanz. Sie muss stimmen, bevor der Fokus auf die nächst höhere Ebene gerichtet werden kann, namentlich auf die richtige Verteilung der Makronährstoffe. Erst dann folgen die Mikronährstoffe – dann das richtige Mahlzeitentiming und die -frequenz. Erst ganz an der Spitze kommen Nahrungsergänzungsmittel ins Spiel.

Ausnahmen bilden hier einzelne Personengruppen, die ein besonders hohes Risiko für bestimmte Mängel haben. Welche Gruppen das jeweils sind, erfährst du in den folgenden Abschnitten.

Können Nahrungsergänzungsmittel gefährlich werden?

Hersteller sind nicht verpflichtet, die gesundheitliche Unbedenklichkeit ihrer Mittel nachzuweisen. Schließlich sind Nahrungsergänzungsmittel rechtlich gesehen nur Lebensmittel. Bevor ein Hersteller ein NEM in Verkehr bringt, muss er dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) lediglich ein Muster des geplanten Etiketts vorlegen und das Produkt anmelden. Das Bundesamt prüft, ob alle Angaben vorschriftsmäßig sind, die Produkte selbst werden aber nur stichprobenartig von den zuständigen Behörden kontrolliert.

Gesetzlich verbindliche Höchstmengen gibt es außerdem keine, nur Empfehlungen – ausgesprochen vom Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Diese basieren auf wissenschaftlichen Studien und dem Risiko einer Über- und Unterversorgung. Ziel dieser Empfehlungen ist es, Nahrungsergänzungsmittel auch für jene Personen sicher zu machen, die das NEM über längere Zeit einnehmen.

Die Dosis macht das Gift

Wer die Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr überschreitet, riskiert unter Umständen unerwünschte Nebenwirkungen. Richtig gefährlich wird es dann, wenn das „Tolerable Upper Intake Level” (UL) über längere Zeit überschritten wird. Das ist die maximale Tagesmenge, die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gerade noch als sicher eingestuft worden ist. 

Wird das UL überschritten, steigt die Wahrscheinlichkeit für unerwünschte Wirkungen. Dabei ist es egal, aus welcher Quelle der Stoff kommt – also, ob nur aus Nahrungsergänzungsmitteln oder aus Nahrungsergänzungen und Lebensmitteln zusammengenommen. Eine Überversorgung rein über natürliche Lebensmittel ist hingegen bei allen Mikronährstoffen nahezu ausgeschlossen.

Oberste Vorsicht ist vor allem bei fettlöslichen Vitaminen und einigen Mineralstoffen geboten, die sich im Körper anhäufen können.

Bei vielen Nährstoffen liegt das UL weit über der täglichen Zufuhrempfehlung. Bei anderen Nährstoffen aber ist der Abstand zwischen Zufuhrempfehlung und UL gar nicht so groß. Bei solchen Nährstoffen ist daher eine Blutuntersuchung und Rücksprache mit dem Arzt ganz besonders wichtig (z. B. Vitamin A).

Besondere Fälle

Manche isolierte Mikronährstoffe sind zudem nur für bestimmte Personen gefährlich. Betakarotin ist so ein Beispiel. In großen Mengen scheint die Vitamin A-Vorstufe nämlich das Risiko für Lungenkrebs bei starken Rauchern zu erhöhen. Das haben Studien gezeigt, in denen die Lungenkrebsrate bei langjährigen Rauchern bei Dosierungen ab 20 Milligramm in die Höhe ging.

Deshalb sind Nahrungsergänzungen, bei denen die Verzehrsempfehlung von Betakarotin über 4,8 Milligramm liegt, in Selbstverpflichtung der Wirtschaft mit einem Warnhinweis für Raucher versehen. Nach dem Vorsichtsprinzip wird Rauchern eine absolute Höchstmenge von 15 Milligramm Betakarotin pro Tag empfohlen.

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Manche Nahrungsergänzungsmittel können zudem Wechselwirkungen mit bestimmten Medikamenten auslösen. Sie können die Wirkung von Medikamenten hemmen oder verstärken.

Achtung bei Bestellungen im Internet

Unseriöse Anbieter können qualitativ minderwertige Produkte anbieten, Wirkungen versprechen, die es nicht gibt oder Substanzen in Mengen enthalten, die von den deutschen Behörden nicht empfohlen werden. Inhaltsstoffe von Produkten aus dem Ausland können zudem so hoch dosiert sein, dass sie in Deutschland als Arzneimittel gelten würden. Selbst EU-weit gibt es nämlich keine einheitlichen Höchstmengen.

Wie viele Vitamine und Mineralstoffe brauchen wir?

Du willst wissen, wie hoch der Bedarf an einem bestimmten Vitamin oder Mineralstoff ist? Das lässt sich ganz einfach anhand der Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr der Deutschen Gesellschaft der Ernährung (DGE) nachschlagen. Grundlage für die Empfehlungen sind wissenschaftlichen Studien und Methoden.

Aber Achtung: Die Referenzwerte der DGE gelten nur für die allgemeine, gesunde Bevölkerung. Das bedeutet, dass mit der vorgeschlagenen Zufuhr der Bedarf der allermeisten Menschen zwar gedeckt ist, im Einzelfall aber abweichen kann. Tatsächlich beeinflussen nämlich unzählige Faktoren Aufnahme, Speicherung und Verbrauch von Nährstoffen. Das reicht von der Genetik über den Gesundheitszustand und persönlichen Lebensstil bis hin zur Lagerung und Zubereitung der Lebensmittel.

Solltest du Zweifel daran haben, richtig versorgt zu sein, lohnt sich ein Besuch beim Arzt. Dieser kann anhand von Blutuntersuchungen einen Mangel feststellen und dir die passende Dosis zur Behebung des Mangels verschreiben.

Vitamine

Nachfolgend stellen wir dir die Vitamine vor. Wir zeigen dir wofür sie dein Körper braucht und welche Personengruppen ein höheres Risiko für einen Mangel haben. Liegt ein Mangel vor, kann eine gezielte Ergänzung über NEM sinnvoll sein.

Verschiedene Nahrungsergänzungsmittel auf einem Löffel

Wasserlösliche Vitamine

Wasserlösliche Vitamine können leicht im Körper verteilt, aber in der Regel nur schwer gespeichert werden. Wird mehr eines wasserlöslichen Vitamins zugeführt als der Körper verwerten kann, so wird der Überschuss über den Urin einfach wieder ausgeschieden.

Aber Achtung: Auch wenn ein Zuviel an wasserlöslichen Stoffen einfach wieder ausgeschieden wird, solltest du es mit der Zufuhr nicht übertreiben. Zum einen bringt es nichts und ist Geldverschwendung, zum anderen kann ein Überangebot auf lange Sicht auch schaden.

Die im Blut zirkulierenden Stoffe können nämlich von Krebsvorstufen abgefangen und ausgenutzt werden. Ein Beispiel: B-Vitamine, insbesondere die Vitamine B6 und B12, werden für Stoffwechselwege der Zellteilung benötigt. Weil Krebszellen sich besonders stark teilen, brauchen sie demnach besonders viel dieser Vitamine. Krebs auslösen, wie manche Medien plakativ warnen, tun diese B-Vitamine allerdings nicht! Vorhandene Vorstufen wachsen nur schneller und werden dadurch früher diagnostiziert.

# Vitamin B1

Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Bedarf an Vitamin B1 (Thiamin). Ist die Mutter zudem nicht ausreichend versorgt, kann auch der Säugling mangelversorgt sein. Bei chronischen Krankheiten kann der Bedarf an Vitamin B1 ebenfalls zunehmen. Eine Nahrungsergänzung mit Vitamin B1 kann daher in diesen Fällen tatsächlich sinnvoll sein.

Im Einzelnen ist Vitamin B1 für das Funktionieren der folgenden Vorgänge wichtig:

  • Energiestoffwechsel
  • Herzfunktion
  • Funktion des Nerven­systems
  • psychische Funktion

Ein hoher Thiamingehalt ist in Knäckebrot, Roggenbrot, Naturreis sowie Hülsenfrüchten und Aal zu finden. 

# Vitamin B2

Auch bei Vitamin B2 (Riboflavin) haben Schwangere und Stillende einen gesteigerten Bedarf. Bei Menschen, die chronisch krank sind, ständig Medikamente einnehmen oder zu viel und zu häufig Alkohol trinken, kann der Bedarf ebenfalls höher sein. In diesen Fällen ist daher auch hier eine Nahrungsergänzung durchaus sinnvoll.

Natürliche Vitamin B2-Quellen sind z. B. viele Käsesorten, grünes Gemüse, Fisch, Fleisch, Sojabohnen, Erbsen, Linsen, Mandeln und Haselnüsse.

Vitamin B2 unterstützt folgende körperlichen Vorgänge und Funktionen:

  • Energiestoffwech­sel
  • Eisenstoffwechsel
  • Funktion des Nervensystems
  • Schutz der Zellen vor oxidativem Stress
  • Verrin­gerung von Müdigkeit und Ermüdung

Zudem sichert Vitamin B2 den Erhalt von:

  • normalen roten Blutkör­perchen
  • normaler Haut und Schleimhäute
  • Sehkraft

# Niacin

Niacin (Vitamin B3) ist ein B-Vitamin, dessen Bedarf in der breiten Bevölkerung in der Regel gut gedeckt ist. Eine Ergänzung ist daher in den allermeisten Fällen überflüssig. Niacin findet sich unter anderem in Fleisch, Fisch, Milch, Kartoffeln und Hefeprodukten.

Niacin unterstützt im Einzelnen folgende körperliche Vorgänge:

  • Energiestoffwechsel
  • Funktion des Nervensystems
  • Erhalt von Haut und Schleimhäuten
  • Verrin­gerung von Müdigkeit und Ermüdung

# Pantothensäure

Pantothensäure (Vitamin B5) ist wichtig für den Erhalt zentraler Stoffwechselfunktionen. Da das Vitamin in fast allen Lebensmitteln vorkommt, gilt die Versorgung unter normalen Ernährungsgewohnheiten als gesichert.

Folgende Vorgänge werden von Pantothensäure unterstützt:

  • Energiestoff­wechsel
  • Synthese und Stoffwechsel von Sexualhormonen und anderen sogenannten Steroidhormo­nen, Vitamin D und einigen Neurotransmittern
  • geistige Leis­tungsfähigkeit
  • Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung

# Vitamin B6

Wie bei vielen anderen B-Vitaminen ist der Bedarf an Vitamin B6 (Pyridoxin) in der Schwangerschaft und Stillzeit erhöht.

Im Einzelnen ist Vitamin B6 bei folgenden Körperfunktionen beteiligt:

  • Energiestoffwech­sel
  • Protein- und Gly­cogenstoffwechsel
  • Synthese von Cystein
  • Funktion des Ner­vensystems
  • psychische Funktion
  • Homocystein-Stoffwechsel
  • Funktion des Im­munsystems
  • Bildung roter Blutkörper­chen
  • Regu­lierung der Hormontätigkeit
  • Verrin­gerung von Müdigkeit und Ermüdung

# Biotin

Ein Mangel an Biotin (Vitamin B7) ist unter üblichen Ernährungsgewohnheiten nicht zu erwarten. Zu finden ist das wasserlösliche Vitamin unter anderem in Eigelb, Obst, Gemüse, Sojabohnen, Spinat und Nüssen.

Im Einzelnen unterstützt Biotin folgende Körperfunktionen: 

  • Energiestoffwechsel
  • Stoffwechsel von Makronährstoffen
  • Funktion des Nervensys­tems
  • psychische Funktion
  • Erhalt von Haar, Schleimhäuten und Haut

# Folat

Folat (Vitamin B9) spielt eine enorme Rolle in der Entwicklung des ungeborenen Kindes, weshalb der Folatbedarf in der Schwangerschaft deutlich steigt. Schwangere, aber auch schon Frauen mit Kinderwunsch, sollten daher Folat (Folsäure) unbedingt supplementieren. Auch Stillende haben einen erhöhten Bedarf an Folat.

Viele Menschen sind unzureichend mit Folat versorgt – ältere noch mehr als jüngere. Das gilt insbesondere für Personen, die sich einseitig ernähren bzw. nur wenig Gemüse und Salat essen.

Zu den natürlichen Folatquellen zählen z. B. Blattgemüse, Sojabohnen, weiße Bohnen, Linsen, Erdnüsse, Walnüsse und Haselnüsse.

Als wissenschaftlich bestätigt gelten folgende körperlichen Funktionen von Folat:

  • Zellteilung
  • Wachstum des mütterlichen Gewebes während der Schwanger­schaft
  • Funktion des Immunsys­tems
  • Blutbildung
  • Aminosäuresynthese
  • Homocystein-Stoffwech­sel
  • Verringerung von Müdigkeit und Ermü­dung
  • psychische Funktion

# Vitamin B12

Vitamin B-12-haltige Lebensmittel

Ohne tierische Produkte kann der Vitamin B12-Bedarf (Cobalamin) nicht gedeckt werden. Veganer müssen daher unbedingt Vitamin B12 supplementieren. Aber auch für Vegetarier und ältere Menschen kann aus unterschiedlichen Gründen eine Nahrungsergänzung sinnvoll sein. Das Gleiche gilt für Schwangere und Stillende, weil deren Bedarf auch hier erhöht ist. Natürlicherweise finden sich Cobalamine beispielsweise in Fisch, Fleisch, Eiern und Milchprodukten.

Im Einzelnen ist Vitamin B12 an folgenden Stoffwechselprozessen und Funktionen beteiligt: 

  • Energiestoffwech­sel
  • Funk­tion bei der Zellteilung
  • Funktion des Ner­vensystems
  • Homocystein-Stoffwechsel
  • psychische Funktion
  • Bildung roter Blut­körperchen
  • Funktion des Im­munsystems
  • Ver­ringerung von Müdigkeit und Ermüdung

# Vitamin C

Vitamin C (Ascorbinsäure ) ist ein gut erforschtes Vitamin mit einer besonders großen Bandbreite an zugelassenen Health Claims. Das nutzen viele Lebensmittelhersteller bewusst aus. Sobald sie nämlich Vitamin C in der richtigen Menge ihrem Produkt beimischen, dürfen sie das Produkt mit den Health Claims von Vitamin C bewerben. Andererseits ist Ascorbinsäure auch einfach ein gutes Antioxidans und prima Farbstabilisator für Lebensmittel. Gute Quellen für Vitamin C sind in erster Linie Zitrusfrüchte, Hagebutten und Acerolakirschen aber auch einige Gemüsesorten wie z. B. Kohl, Brokkoli und Spinat.

Schwangere und Stillende haben erhöhten Bedarf an Vitamin C. Ebenso können chronisch Erkrankte und Personen, die ständig Medikamente einnehmen, einen erhöhten Vitamin C-Bedarf haben. Das gleiche kann auch auf Sportler und Raucher zutreffen, weil sie mehr Vitamin C verbrauchen.

Vitamin C ist beteiligt an folgenden körperlichen Funktionen:

  • Energiestoffwech­sel
  • Eisen­aufnahme
  • Funktion des Im­munsystems
  • Schutz der Zellen vor oxidativem Stress
  • Regene­ration von Vitamin E
  • Kollagenbildung für eine normale Funktion der Blutgefäße, Knochen, Knorpel, Zahnfleisch, Haut und Zähne
  • Funktion des Ner­vensystems
  • psychische Funktion
  • Verrin­gerung von Müdigkeit und Ermüdung

Fettlösliche Vitamine

Fettlösliche Vitamine können im Fettgewebe gespeichert werden, weshalb eine Zufuhr dieser Vitamine nicht zwingend täglich notwendig ist. Gleichzeitig bedeutet das, dass eine überhöhte Zufuhr unbedingt vermieden werden sollte, da es sonst zu Vergiftungserscheinungen kommen kann.

# Vitamin A

Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Vitamin A-Bedarf. Wird dieser nicht gedeckt, ist auch das Neugeborene unterversorgt. Als ebenfalls Vitamin A-mangelgefährdet gelten Kinder mit wiederkehrenden Infektionen, Vegetarier und Veganer und ältere Menschen. Natürliche Vitamin A-Quellen sind zum Beispiel Milchprodukte, Eier, Leber, gelbes und grünes Gemüse sowie Obst.

Im Einzelnen unterstützt Vitamin A folgende Körperfunktionen:

  • Funktion des Im­munsystems
  • Funktion bei der Zellspezialisierung
  • Eisenstoffwechsel
  • Erhal­t normaler Haut und Schleimhäute
  • Erhal­t der Sehkraft

# Vitamin D

Der Vitamin D-Bedarf (Cholecalciferol) lässt sich über die Nahrung nicht decken. Auch die körpereigene Bildung unter Sonnenlicht reicht in unseren Breiten in der Regel nicht aus. Zur Risikogruppe für einen Vitamin D-Mangel gehören: Ältere Menschen, Personen, die sich voll verschleiern und Menschen mit dunkler Hautfarbe. Eine Blutuntersuchung, die den aktuellen Vitamin D-Status erhebt, ist daher grundsätzlich zu empfehlenswert. Insbesondere den Risikogruppen ist eine Nahrungsergänzung mit Vitamin D angeraten.

Das Sonnenvitamin unterstützt folgende körperliche Funktionen:

  • Aufnahme und Ver­wertung von Kalzium und Phosphor
  • Regelung des Kalziumspiegels im Blut
  • Erhal­t von Knochen und Zähnen
  • Muskel­funktion
  • Funktion des Im­munsystems
  • Funktion bei der Zellteilung

# Vitamin E

Schwangere und Stillende haben einen erhöhten Bedarf an Vitamin E (Tocopherol). Zudem kann der Bedarf für Menschen, die an Verdauungsstörungen leiden, erhöht sein. Vitamin E wird ausschließlich von Pflanzen synthetisiert. Wichtige Quellen sind pflanzliche Öle, Nüsse und Vollkornprodukte. Personen, die sehr fettarm essen, nehmen oftmals zu wenig Vitamin E auf.

Vitamin E ist noch nicht gut erforscht. Als gesichert gilt aber seine Rolle als Antioxidans. Zudem hat das Vitamin eine wichtige Bedeutung für die Fruchtbarkeit. Bei gleichzeitiger Einnahme von  Vitamin E- und Eisenpräparaten, sollte ein zeitlicher Mindestabstand von zwei Stunden eingehalten werden.

# Vitamin K

Zu den Risikogruppen für eine Vitamin-K-Unterversorgung zählen ältere Menschen, Jugendliche und junge Erwachsene sowie Neugeborene und Säuglinge. In diesen Fällen kann eine Nahrungsergänzung sinnvoll sein. Neugeborene erhalten ohnehin prophylaktisch eine Vitamin-K-Gabe. Dadurch können die früher oft beobachteten Blutungen nach der Geburt vermieden werden.

Vitamin K ist beteiligt an folgenden Körperprozessen:

  • Blutgerinnung
  • Knochenstoffwechsel

Mineralstoffe

Mineralstoffe sind Mengen- und Spurenelemente, die für unseren Körper essenziell sind. Sie besitzen keinen Brennwert und übernehmen vielfältige Aufgaben im menschlichen Organismus.

Insbesondere Kalzium und Eisen gelten nach der Nationalen Verzehrsstudie II als Mangelkandidaten unter der deutschen Bevölkerung. Gerade Menstruierende haben einen erhöhten Eisenbedarf. Wer mit unjodiertem Salz gekocht, läuft zudem Gefahr, mit Jod unterversorgt zu sein. Weitere Details zu den Mengen- und Spurenelementen erfährst du in unserem Beitrag über Mikronährstoffe oder in unseren Ernährungsberaterausbildungen.

Verborgener Hunger

Auch Menschen, die sich falsch ernähren sind mangelgefährdet. Dafür gibt es sogar einen Fachbegriff: Hidden Hunger bzw. verborgener Hunger. Das ist eine Form der Mangelernährung (Malnutrition), die man den Personen nicht ansieht, weil der Bedarf an Kalorien und Makronährstoffen gedeckt ist, der an Mikronährstoffen aber nicht. In armen Ländern kann dies durch eine eingeschränkte Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln der Fall sein.

Aber auch bei uns ist diese Art der Mangelernährung nicht unüblich! Wenn durch Fast Food, Fertigprodukte und Süßigkeiten hauptsächlich “leere Kalorien” zugeführt werden, entsteht schnell ein solcher verborgener Hunger. Nicht verwunderlich ist es daher, dass Hidden Hunger auch bei Übergewichtigen und Adipösen auftreten kann. Man spricht auch von einer Koexistenz einer Unterversorgung (an Mikronährstoffen) und Überversorgung an Kalorien (Makronährstoffen). Fachleute nennen das Double Burden of Malnutrition, also die doppelte Bürde einer Mangelernährung.

Wie ungesund Fertigprodukte sind und ob es vielleicht auch Ausnahmen gibt, kannst du hier nachlesen.

Übergewichtige mit Hidden Hunger sollten selbstverständlich zunächst einmal, wie weiter oben zur Muskel-und-Kraftnahrungs-Pyramide beschrieben, ihre normale Ernährung in Ordnung bringen. Trotzdem lohnt sich eine Blutuntersuchung um eventuelle Mängel aufzudecken. Liegt ein klinisch relevanter Mangel vor, kann dann in Absprache mit dem Arzt entsprechend supplementiert werden.

Fazit

Die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sind kein Ersatz für eine gesunde Ernährung. Trotzdem können sie Personen helfen, für die es – aus welchen Gründen auch immer – schwierig ist, die Ernährungsempfehlungen im Alltag einzuhalten.

Bestimme Personengruppen haben zudem einen erhöhten Bedarf an bestimmten Nährstoffen, der durch reine Lebensmittel teils nur schwer zu decken ist. In einigen Fällen ist auch das mit einem Mangel verbundene Risiko zu hoch, als dass auf Nahrungsergänzungsmittel verzichtet werden kann. Das gilt insbesondere für Schwangere, die bei ganz vielen Vitaminen (Folat und die Vitamine B1, B2, B6, B12, A, E) und Mineralstoffen einen erhöhten Bedarf haben. Hier sollte in Absprache mit dem Arzt das passende Supplement ausgewählt werden.

Quellen:

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Havlat, O. (2001). Stoffe in Nahrungsergänzungsmitteln: Was ist erlaubt? Was ist verboten? Abgerufen 22. Okt 2021: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/projekt-klartext-nahrungsergaenzung/informationen/rechtliches/stoffe-in-nahrungsergaenzungsmitteln-was-ist-erlaubt-was-ist-verboten-13247.

Havlat, O. (2021) Vitamin E zum Schutz vor Herzinfarkt und Krebs? Abgerufen 22. Okt 2021: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/vitamin-e-zum-schutz-vor-herzinfarkt-und-krebs-13834

Heinonen O.P. & Albanes, D. (1994). The effect of vitamine E and beta carotene on the incidence of lung cancer and other cancers in male smokers. The alpha-tocopherol, beta carotene cancer prevention study group. The New England Journal of Medicine. 330: 1029-1035.

Koch, K. (2020). Was sind Nahrungsergänzungsmittel? Abgerufen 14. Okt 2021: https://www.gesundheitsinformation.de/was-sind-nahrungsergaenzungsmittel.html

Max-Rubner Institut (Hrsg.) (2008) Nationale Verzehrsstudie II. Ergebnisbericht Teil 2. Die bundesweite Befragung zur Ernährung von Jugendlichen und Erwachsenen. Abgerufen 22. Okt 2021: https://www.mri.bund.de/fileadmin/MRI/Institute/EV/NVSII_Abschlussbericht_Teil_2.pdf

Minhoff, C. (2021). Nahrungsergänzungsmittel. Abgerufen 22. Okt 2021: https://www.lebensmittelverband.de/de/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel

Nahrungsergänzungsmittelverordnung vom 24. Mai 2004 (BGBl. I S. 1011), die zuletzt durch Artikel 11 der Verordnung vom 5. Juli 2017 (BGBl. I S. 2272) geändert worden ist. Abgerufen 15. Okt 2021: https://www.gesetze-im-internet.de/nemv/NemV.pdf

Omenn, G.S. et al. (1996) .Risk factors for lung cancer and for intervention effects in CARET, the Beta-Carotene and Retinol Efficacy Trial. Journal of the National Cancer Institute. 88: 1550-1559.

Schwiegershausen, U. (2020). Abgerufen 14. Okt 2021: https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Nahrungsergaenzungsmittel-Wann-sind-sie-sinnvoll,nahrungsergaenzung6.html

Töpfer, M. & Klebs, F. (2009). Mit Muffins und Mäusen: Neues Forschungsprojekt soll Vitamin-E-Stoffwechsel entschlüsseln. Abgerufen 15. Okt 2021: https://www.uni-hohenheim.de/pressemitteilung?tx_ttnews%5Btt_news%5D=5345&cHash=2fd63d89fa53d080751c0d31abbf4d93

Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission vom 16. Mai 2012 zur Festlegung einer Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern. Abgerufen 20. Okt 2021: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:32012R0432&qid=1403863040750&from=DE

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3 Kommentare

Janine Görgens sagt:
9. November 2021

Hey, ich habe jetzt schon zum zweiten Mal versucht die Zusammenfassung zu bekommen, aber ich bekomme leider keine Mail. 🙁

Antworten
OTL sagt:
9. November 2021

Liebe Janine,

Vielen Dank für deine Nachricht. Es kann etwas dauern, bis du eine E-Mail von uns erhältst. Bitte überprüfe auch gegebenenfalls deinen Spam Ordner. Solltest du dort auch nichts finden können, schreib uns bitte eine Mail an support@otl.email

Liebe Grüße,
Alisa von OTL

Antworten
André Protze sagt:
28. Oktober 2021

Vielen Dank, tolle Zusammenfassung.

Antworten

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