Leichtathletik Disziplinen im Wettkampfsport

Autor

Philip Hegel

Fitness, 6. Juli 2022

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Sportarten

Laufbahn in einem Stadion

Leichtathletik Disziplinen im Wettkampfsport

Die Leichtathletik WM startet in wenigen Wochen und viele Sportler schauen gespannt nach Amerika, genauer gesagt nach Eugene in Oregon. 49-mal wird die Goldmedaille vergeben, 24-mal an die Frauen, 24-mal an die Männer und 1-mal an die Mixed-Staffel über 4×400-Meter. Zum ersten Mal wird eine Team Trophäe an die erfolgreichste Nation vergeben. Es werden wieder fast 2.000 Sportlerinnen und Sportler am Start sein, davon auch etwa 50 deutsche Leichtathleten. Aber was ist Leichtathletik? Welche Leichtathletik Disziplinen gibt es denn überhaupt? Woher kommt der Begriff und wie trainieren diese Sportler eigentlich? In diesem Blogartikel stelle ich euch diese Sportart einmal etwas genauer vor. 

Die Entstehung der Leichtathletik Disziplinen

Leichtathletik ist hinter Fußball und Fitnesstraining eine der beliebtesten Sportarten der Deutschen. Dabei blickt diese Freizeitbeschäftigung auf eine lange Tradition zurück, denn bereits in der Antike wurden Leichtathletik Disziplinen bei den Olympischen Spielen ausgeübt. Gemeinsam mit Schwimmen bilden sie seit Beginn an einen wichtigen Bestandteil des Olympischen Wettkampfes. Zu Recht – denn die Leichtathletik ist durch ihre Vielfalt und Vielzahl an Disziplinen sehr attraktiv für die Zuschauer. Dabei geht es immer um die grundlegenden Bewegungsabläufe des Menschen wie Laufen, Springen und Werfen. Durch ein umfangreiches Regelwerk wird die Leistung der einzelnen Sportler messbar und vergleichbar. 

Die Leichtathletik ist eine Individualsportart, bei der für die Leistungssportler die persönliche Leistung zählt. In Wettkämpfen entscheidet die beste Tagesleistung über Siege und Platzierungen. Außerdem werden ewige Rekorde gezählt, die ebenfalls als Anreiz dienen, immer wieder übertroffen und neu aufgestellt zu werden. 

Der Namensursprung der Leichtathletik stammt aus Griechenland, dort bedeutete das Wort ‚athletes‘ so viel wie Wettkämpfer. In Deutschland wurde dann der ‚Volksturner‘ daraus gebildet. Damals zählten jedoch zu den ‚Athleten‘ auch die Schwerathleten, also die Kraftsportler mit dem Ziel, Muskelkraft und Muskelmasse aufzubauen. Im Laufe der Jahre sollte eine Trennung der Leichtathleten und Schwerathleten erfolgen. 

Übersicht der einzelnen Leichtathletik Disziplinen

Die Leichtathletik Disziplinen werden in 4 Bereiche unterteilt, diese wiederum in verschiedene Untergruppen. Im Laufen, Werfen, Springen und dem aus mehreren Disziplinen bestehende Mehrkampf geht es einzig um das Motto ‚höher, schneller, weiter‘. In der Vergangenheit gab es sogar noch weitere Kategorien, welche aber mittlerweile nicht mehr berücksichtigt werden. 

  1. Laufen
    • Sprint
    • Mittelstrecke
    • Langstrecke
    • Staffel
    • Hürden
    • Straße/Gelände
    • Gehen
  2. Springen
    • Weitsprung
    • Dreisprung
    • Hochsprung
    • Stabhochsprung
  3. Werfen
    • Kugelstoßen
    • Diskuswerfen
    • Speerwerfen
    • Hammerwerfen
  4. Mehrkampf
    • Siebenkampf (Frauen)
    • Zehnkampf (Männer)

Laufen – drahtige Athleten mit keinem Gramm Fett auf den Rippen

Frauen in Startposition auf einer Laufbahn

Beim Laufen werden unterschiedlich lange Strecken gelaufen, die einzelnen Disziplinen werden entsprechend ihrer Länge noch weiter unterteilt. Die Wettbewerbe werden meistens auf der 400 Meter langen Aschenbahn rund um den Fußballplatz im Stadion ausgetragen. 

Der Sprint ist beim Laufen die berühmteste Disziplin. Der Jamaikaner Usain Bolt ist der schnellste Mann der Welt und führt nach wie vor die Bestenliste Leichtathletik mit seinem Weltrekord im 100-Meter-Lauf mit 9,58 Sekunden in seiner Kategorie an. Jeder Sprinter läuft auf seiner eigenen Bahn und der Start erfolgt aus der Hocke.

Im Gegenzug dazu stehen die Mittel- und Langstreckenläufer: ihr Start erfolgt im Stand und sie dürfen auf allen Bahnen laufen. Diese Athleten benötigen eine starke Ausdauer und weniger Schnellkraft als die Sprinter. 

Die Hürdenläufer haben auf ihren Strecken verschiedene Hindernisse, die sie überspringen müssen. Dies ist der einzige Unterschied zu den Sprint- und Langstreckenläufern.

Das Team der Staffelläufer besteht aus 4 Athleten, welche nacheinander laufen und ihren Staffelstab einander übergeben müssen. Für sie zählt vor allem Teamgeist und Genauigkeit bei der Stabsübergabe.

Tatsächlich gibt es auch eine Disziplin namens Gehen, dabei muss immer mindestens ein Fuß den Boden berühren. Dies schaut vielleicht manchmal etwas komisch aus, wird aber genauestens von Kampfrichtern überprüft. 

Springen – leicht wie ein Vogel

Stabhochspringer beim Sprung über die Hürde

In den Sprungwettbewerben geht es einfach gesagt darum, möglichst hoch bzw. möglichst weit zu springen. Beim Hochsprung und Stabhochsprung muss der Athlet eine Messlatte überspringen, welche im Laufe des Wettbewerbs immer weiter erhöht wird. Für jede Höhe gibt es drei Versuche. Der aktuelle Weltrekord liegt bei 2,45 Metern. Stabhochspringer haben als Hilfsmittel einen langen und biegsamen Stab, welcher den Athleten in die Höhe katapultiert. Der Stabhochsprung-Weltrekord liegt bei über 6 Metern!

Der Weitsprung erfolgt von einem Absprungbalken in eine Sandgrube. Gemessen wird der Abstand vom Fußabdruck im Sand zum Absprungbalken, welcher natürlich nicht übertreten werden darf. 

Der Dreisprung ist genauso, nur vor dem Absprung eine Abfolge von drei Sprüngen.

Werfen – massige Körper mit viel Kraft

Diskuswerferin in der Drehbewegung

Die ‚Werfer‘ erkennt man sofort an ihrer kräftigen Figur. Sie müssen stark und massiv sein, um ihr Wurfgerät möglichst weit schleudern zu können. Der Werfer, der sein Wurfgerät am weitesten geschleudert hat, gewinnt. Der Kugelstoßer muss seine 7 Kilo Kugel (bei Frauen 4 Kilo) so weit wie möglich stoßen. Der Diskuswerfer muss seine Scheibe, also den Diskus, mit Kraft und Schwung aus einer eineinhalb-fachen Drehung um sich selbst möglichst weit werfen. Der Hammerwerfer schleudert sein Wurfgerät – eine Stahlkugel mit Kette und Griff – mit Schwungkraft so weit wie möglich. Der Speerwerfer wirft seinen bis zu 2,80 Meter langen Speer mit Anlauf fast 100 Meter weit. Gewertet wird der Wurf, wenn die Speerspitze zuerst den Boden erreicht.

Mehrkampf – die Allrounder

Der Mehrkampf besteht aus mehreren Lauf-, Weitsprung- und Wurfdisziplinen. Dafür sind bei der Leichtathletik WM zwei Tage vorgesehen. Männer müssen im Zehnkampf mit folgenden 10 Disziplinen antreten:

  1. 100-Meter-Lauf 
  2. Weitsprung 
  3. Kugelstoßen
  4. Hochsprung 
  5. 400-Meter-Lauf
  6. 110-Meter-Hürdenlauf
  7. Diskuswurf
  8. Stabhochsprung
  9. Speerwurf 
  10. 1500-Meter-Lauf

Frauen treten im Siebenkampf mit folgendenDisziplinen an:

  1. 100 Meter Hürden
  2. Hochsprung
  3. Kugelstoßen
  4. 200 Meter 
  5. Weitsprung 
  6. Speerwerfen 
  7. 800 Meter

Ein Allrounder muss alles können. Schnelligkeit, Beweglichkeit, aber auch Krafttraining gehören in seinen Trainingsplan. 

Training für Leichtathletik

Läufer in Startposition

Das Training für Leichtathleten ist genauso vielfältig wie die entsprechenden Disziplinen, in denen der Sportler antritt. Deutsche Leichtathleten haben meist einen sehr guten Athletiktrainer, der sie genauestens auf die Leichtathletik Wettkämpfe vorbereitet. 

Ein Sprinter muss im Fitnessstudio viel auf Schnellkraft trainieren. Er darf nicht zu muskulös sein, denn jedes Gramm Muskelmasse zu viel würde unter Umständen seine Geschwindigkeit drosseln. Ebenso sollte ein Springer nicht allzu schwer sein, er braucht eine gute Sprungkraft und einen leichten, sportlichen Körper. Im Gym ist der Schwerpunkt auf Beintraining für beide Athletentypen angesagt, der Oberkörper darf nicht zu muskulös oder massig sein.

Bei den Werfern ist es genau andersrum: sie benötigen viel Kraft im Oberkörper. Zwar spielt bei jeder Wurfdisziplin auch die Technik eine Rolle, dennoch ist ein muskulöser Oberkörper die Basis für ein gutes Abschneiden bei einem Wettkampf. Vor allem die Armmuskulatur muss sehr stark sein. Da in der Wurfdisziplin auch immer mit Schwung gearbeitet wird, ist das Training der Rotation im Rumpf- und Schulterbereich ebenfalls ein Schwerpunkt im Fitnessstudio. Die Werfer müssen dabei gar nicht definiert sein, sie dürfen essen nach dem Motto: Masse ist klasse! 

Neben dem Workout im Fitnessstudio müssen die Sportlerinnen und Sportler natürlich auch ihre individuellen Bewegungsabläufe trainieren. Dabei ist neben dem Techniktraining auch das individuelle Üben z.B der Schwungkraft oder Sprungkraft nötig. Profisportler nutzen dafür einen Spezialisten als Coach. Auch ein mehrwöchiger Besuch in einem Sport Leistungszentrum kann dafür Sinn ergeben. Außerhalb der Saison kann der Sportler dabei seine Athletik, Schnelligkeit oder auch Muskelmasse verbessern.  

Ernährung zur Leistungssteigerung

Die Ernährung spielt wie in jeder anderen Sportart auch in der Leichtathletik eine wichtige Rolle. Jeder Sportler benötigt einen individuellen Ernährungsplan und exakt die Makro- und Mikronährstoffe, die sein Körper für seinen Wettkampf erfordert. Die leichten und definierten Sportler benötigen einen energiegeladenen Ernährungsplan mit vielen Kohlenhydraten. Sie dürfen aber gleichzeitig keine unnötige Körpermasse ansetzen, also nicht zu muskulös sein. Natürlich dürfen sie auch kein Gramm Fett auf den Rippen haben, also auch nicht zu viele Kohlenhydrate konsumieren.

Die starken und massigen Athleten bevorzugen eine proteinreiche Ernährung. Die Figur und der Körperfettanteil der Sportler passt sich entsprechend ihren Disziplinen an. Wenn man zum Beispiel die Kugelstoßer und Werfer betrachtet, fällt auf dass ihre Figuren oftmals sehr kräftig und stämmig wirken. Jedes Kilo Körpergewicht mehr kann als Vorteil beim Abwurf gesehen werden. 

Nicht nur beim Thema Athletik, sondern auch für das Fachgebiet Ernährung sollte jeder Profisportler einen speziellen Trainer haben. 

WM 2022 in der Leichtathletik

Die Leichtathletik WM findet dieses Jahr zum ersten Mal in Amerika statt, in Eugene in Oregon. Die Vergabe an Eugene hat für mächtig Aufsehen gesorgt, da sie ohne eine Bewerbung erfolgte und der Verdacht von Korruption im Raum stand. Am 15. Juli startet nun der 10-tägige Wettkampf mit den 2.000 besten Profis der Welt. Auch etwa 50 deutsche Leichtathleten werden vertreten sein. Es finden täglich viele spannende Wettkämpfe teil, aufgrund der Zeitverschiebung zu Amerika meistens spät abends und in der Nacht. Die letzten Wettkämpfe enden daher für deutsche Fans in der Nacht zum 25. Juli. 

Fazit

Was ist Leichtathletik? Welche unterschiedlichen Kategorien gibt es? Unser Blogartikel hat dir hoffentlich diese Frage beantwortet und dir einen kleinen Einblick in diese vielfältige Sportart gegeben. Du kennst jetzt alle Disziplinen und die verschiedenen Anforderungen an die Sportler. Ein gut qualifizierter Athletiktrainer erstellt die passenden Trainingspläne entsprechend der Kategorie des Sportlers für die Leichtathletik Wettkämpfe. Auch für das Thema Ernährung sollten sich die Profis einem Spezialisten anvertrauen, um maximale Erfolge zu erzielen. Und nicht vergessen: die kommende Leichtathletik WM startet am 15. Juli, viel Spaß beim Zuschauen ☺

Hier erfährst du mehr über die Ausbildungen zum Athletiktrainer oder Ernährungsberater.

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