Wir klären die größten Fitness-Mythen auf.

Wenn es um das Thema Fitness geht, gibt es immer wieder Gerüchte, die sich schon über Jahre hartnäckig halten – und dass, obwohl sie absolut nicht wahr sind. Im Zeitalter des Internets verbreiten sich solche teils gefährlichen Halbwahrheiten sehr schnell. Und leider gibt es sogar in Fitnessstudios immer wieder unqualifiziertes Personal, welches sie sogar bestätigt und besonders Anfängern ein völlig falsches Bild von einem effektiven Training vermittelt.

Die Folge: stundenlanges Laufbandtraining, um endlich abzunehmen oder massenhaft investiertes Geld für Supplements. Jedoch bleiben die Erfolge trotzdem aus und der Traumkörper liegt noch immer in weiter Ferne. Im schlimmsten Falle lauern sogar gesundheitliche Risiken.  

Doch jetzt heißt es, Schluss mit Frust, denn wir wollen dir endlich Klarheit über die sechs häufigsten Fitnessmythen geben. 

Mythos 1: Die Fettverbrennung setzt erst nach 20 Minuten ein

Glücklicherweise ist dieser Mythos falsch. Doch warum hat er sich dann überhaupt so weit verbreitet? 

Dein Körper benötigt beim Training viel Energie, welche über Kohlenhydrate und Kreatinphosphat gespeichert und schließlich über ATP bereitgestellt wird. Aus Fett kann jedoch am meisten ATP gewonnen werden, weswegen dein Körper nach etwa 20 Minuten moderater Belastung die freien Fettsäuren als Energielieferanten nutzt. Ab diesem Punkt erreicht die Fettverbrennung einen sehr hohen Wert. Das bedeutet jedoch nicht, dass vorher keine Fette verbrannt werden. Die Prozesse der Energiebereitstellung laufen nämlich immer parallel und hängen von der Intensität der Belastung ab. Kurze Sessions mit höherer Intensität gehen zwar nicht so stark an die Fettreserven, verbrennen jedoch teilweise mehr Kalorien und sorgen für einen längeren Nachbrenneffekt. 

Fazit: Sehr lange Cardio-oder Kraft-Einheiten sind zwar effektiv für deine Langzeitausdauer und das Herz-Kreislauf-System, jedoch nicht zwingend für die Fettverbrennung. Besser ist ein Programm aus kurzen, aber intensiven Einheiten.

Mythos 2: Ohne Muskelkater, auch kein Muskelaufbau

Wer kennt es nicht, das Mantra „no pain, no gain“ – aber was ist dran? 

Muskelkater tritt meist nach ungewohnten, ruckartigen oder intensiven Belastungen auf. Kleine Risse, sogenannte Mikrotraumata im Muskelgewebe sorgen für den fiesen Schmerz am nächsten Tag. Hier helfen sanfte Massagen, Wärmebehandlungen und ausreichend Regenrationszeit. Die Muskelfasern heilen und werden stärker. 

Um so mehr sich dein Körper an die Bewegungsabläufe gewöhnt, desto kürzer die zukünftige Regenerationszeit. 

Allerdings sagt die Stärke des Muskelkaters nichts über Effektivität und Qualität deines Trainings aus. Auch eine starke Belastung, die ohne Muskelkater einhergeht, kann Muskelaufbau hervorrufen. Umgekehrt ist der Muskelkater allerdings ein guter Indikator für die Intensität des Workouts.

Fazit: Ein starker Muskelkater kann dich ruhig stolz machen, aber sollte der mal ausbleiben, war dein Training nicht gleich für die Katz´ (die übrigens nur nachts vom Muskelkater träumt). 

Mythos 3: Stretching beugt Verletzungen vor

Nicht wirklich, denn falsches Dehnen vor dem Workout kann sogar das Verletzungsrisiko erhöhen. Durch einen zu starken Dehnungsreiz verlieren die Muskeln ihre Spannkraft und können beim Training verletzt werden. 

Als Warm-Up empfiehlt sich deshalb lieber ein lockeres Cardio-Programm oder eine leichte Beanspruchung der Zielmuskeln. Das ist die perfekte Möglichkeit, den Muskel auf anstehende Belastungen vorzubereiten und Sehnen- oder Bänderrisse vorzubeugen. Als Cool-Down ist ein sehr leichtes, federndes Stretching dagegen angebracht, da es die Muskeln mit Sauerstoff versorgt und den Muskeltonus erhöht.

Fazit: Wenn du auf Stretching stehst und deine Beweglichkeit verbessern möchtest, solltest du ein intensives Dehnungsprogramm am besten als eigene Einheit in deinen Trainingsplan einbauen. 

Mythos 4: Viel Training bringt auch viel

Fitness wird schnell zur alltäglichen Routine und Aussetzen verursacht dann ein schlechtes Gewissen. Es ist jedoch so, dass eine fehlende Regenerationszeit zu einem Trainingsplateau, also einer Stagnation der Erfolgserlebnisse führen kann. Außerdem haben kleinen Verletzungen des Muskels keine Chance zu verheilen und bauen so auch keine Muskulatur auf. 

Ruhephasen sind also Pflicht und sollten je nach Leistungsgrad 24 bis 72 Stunden betragen. Wer trainierter ist, regeneriert sich schneller. 

Fazit: Muskeln wachsen nicht während der Trainingsphasen, sondern dazwischen. Ohne ausreichend Regeneration gibt es also auch keinen Muskelaufbau. 

Mythos 5: Kohlenhydrate am Abend machen fett

Das Konzept vom Abnehmen ist eigentlich ganz einfach: Du musst mehr Kalorien verbrennen als du aufnimmst. Hierbei muss aber der Stoffwechsel funktionieren und das tut er nur, wenn du regelmäßig und abwechslungsreich isst – auch am Abend. Klar, bei einer durchgeplanten Low Darb Diät solltest du am Abend wirklich keine Kohlenhydrate mehr zu dir nehmen. 

Möchtest du aber am nächsten Morgen ein Muskelaufbautraining starten, solltest du sehr wohl am Abend zuvor leicht verdauliche Kohlenhydrate zu dir nehmen, um deinen Glykogenspeicher auf das anstehende Training vorzubereiten. 

Willst du jedoch abnehmen, solltest du Kohlenhydrate am Abend tatsächlich meiden. Doch nicht, weil sie fett machen, sondern damit dein Körper am nächsten Tag auf deine freien Fettsäuren zurückgreift und sie verbrennt. Der Mythos „Keine Kohlenhydrate nach 18 Uhr“ stimmt also nur bedingt. 

Fazit: Eine gesunde Ernährung schreibt dir nicht vor, um welche Uhrzeit du was essen darfst. Viel eher geht es um hochwertige Nahrungsmittel, ausreichend Nährstoffe und eine abwechslungsreiche Kost. 

Mythos 6: Ohne Supplements wachsen die Muskeln nicht

Ein heiß diskutiertes Thema. Fakt ist: Wer sich ausgewogen ernährt, hat keine Mangelerscheinungen und braucht auch keine Nahrungsergänzungsmittel. 

Wer das aus Zeit- oder anderen Gründen nicht schafft, hat eine ungeheuer große Auswahl an Mittelchen. Für Muskelaufbau werden unter anderem Whey Protein, Kreatin BCAA, Zink- oder Magnesiumpräparate empfohlen.

Es ist jedoch viel gesünder, kostengünstiger und ebenso effektiv, den Proteinbedarf durch die Nahrung zu decken. 

Fazit: Eier, Magerquark, Hähnchenbrust, Lachs, Haferflocken, Linsen, Spinat und Co – die Vielzahl an Nahrungsmitteln mit einem hohen Eiweißgehalt ist grenzenlos, lecker und sorgt für einen optimalen Muskelaufbau, ganz ohne Chemie. 

Du isst keine tierischen Nahrungsmittel und möchtest dich trotzdem ausreichend proteinreich ernähren? Hier findest du eine Übersicht der Proteinreichsten veganen Lebensmittel:

Teile dieses Wissen mit deinen Sportsfreunden

Weitere interessante Artikel

Mythos – Macht Zucker wirklich süchtig?

Wir konsumieren ihn täglich, ob bewusst oder unbewusst. – Sind wir etwa zuckersüchtig? Im heutigen Blogpost klären wir euch über einen weiteren Mythos auf.

Weiterlesen
Teile dieses Wissen mit deinen Sportsfreunden

5 Tipps, wie du bei einem Trainingsplateau wieder auf Touren kommst

Irgendwann kommt der Punkt, an dem es nicht weitergeht: der Muskelaufbau stagniert und die gewünschten Erfolge bleiben aus.
Mit diesen 5 Tipps kannst du dein Trainingsplateau überwinden.

Weiterlesen
Teile dieses Wissen mit deinen Sportsfreunden

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.