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Sportlerherz

Als Sportlerherz bezeichnet man das hypertrophierte, gesunde Herz des trainierten Ausdauersportlers. Typische Kennzeichen eines Sportherzens sind eine vermehrte Kapillarisierung dank eines gestärkten Herzmuskels, eine Abnahme des Ruhe- und Belastungspulses durch ein erhöhtes Schlagvolumen, eine Senkung des Sauerstoffbedarfs des Herzmuskels in Ruhe sowie eine verbesserte Belastungsfähigkeit. Das Sportherz bietet leistungsstarke Voraussetzungen für Ausdauerbelastungen.

In der Brust von Ausdauersportlern im Hochleistungsbereich schlägt ein riesiger Muskel:
1,6 Liter sind die gemessenen Höchstwerte – er ist doppelt so groß und treibt mit jedem Herzschlag doppelt so viel Blut in die Adern wie das Organ eines Untrainierten.

Bei Läufern, Ruderern, Schwimmern, Triathleten und anderen Ausdauersportlern passt sich die Pumpmuskulatur der Belastung an. Herzfrequenz, Schlagvolumen und Herzminutenvolumen verändern sich. Dieses Herz arbeitet demzufolge ökonomischer und leistungsfähiger.

Früher wurde dieser Anpassungsprozess aufgrund eines oft sehr niedrigen und unregelmäßigen Pulses (in Extremfällen lediglich 30–32 Schläge pro Minute) als schädlich bezeichnet. Doch normalerweise ist ein Sportherz ungefährlich. Wenn sich der Athlet vom Hochleistungssport verabschiedet, bildet es sich gewöhnlich binnen weniger Jahre auf seine nahezu normale Größe zurück.

Blutdruck des Sportlerherzens

Da sich das Sportlerherz bei extremen körperlichen Aktivitäten vergrößert und auch die Herzwände dicker werden, kann mehr Blut durch den Körper gepumpt werden. Das vergrößerte Herzvolumen führt dabei auch zu einem niedrigeren Ruhepuls im Vergleich zu Nicht-Sportlern. In Ruhephasen liegt der Blutdruck von Sportlerherzen bei 30 bis 40 Schlägen pro Minute.

Warum ist der Blutdruck des Sportlerherzens höher?

Auch der Herzmuskel wächst durch Training. Bei Läufern, Ruderern, Triathleten und Co muss sich die Pumpmuskulatur der erhöhten Belastung anpassen. Das Herzschlagvolumen steigt sowohl in der Belastungsphase als auch im Ruhezustand an und das Herz wird mit mehr Sauerstoff versorgt.

Auf Dauer sinken Ruhe- und Belastungspuls und der Herzmuskel benötigt nicht mehr soviel Sauerstoff wie das Herz eines Untrainierten. Demzufolge arbeitet das Sportherz viel ökonomischer, ist belastbarer und bei hohen Ausdauereinheiten nicht so schnell angestrengt.

Doch auch das Herz von einem Kraftsportler profitiert vom Training. Während die Herzkammern von Ausdauersportlern sich eher erweitern um mehr Blut in die Adern zu pumpen, verdickt der Herzmuskel von Kraftsportlern, was jedoch ebenso zu einer besseren Pumpleistung führt.

Allerdings entspannt sich der Herzmuskel bei Ausdauersportlern zwischen den Schlägen viel stärker als bei Kraftsportlern. Ausdauersport ist demnach langfristig noch besser für das Herz.

Literaturangaben

Robert S. McKelvie, MSD Manual Ausgabe für Patienten: Das Sportlerherz (09-2019). Unter: https://www.msdmanuals.com/de-de/heim/herz-und-gef%C3%A4%C3%9Fkrankheiten/sport-und-das-herz/das-sportlerherz (Abruf: 30.10.2020)