Lexikon Fitness und Gesundheit Training Kraft im Sport

Kraft im Sport

Kraft im Sport ist die Fähigkeit des Nerv-Muskel-Systems, durch Innervations- und Stoffwechselprozesse mit Muskelkontraktionen Widerstände zu überwinden (konzentrische Arbeit), ihnen entgegenzuwirken (exzentrische Arbeit) oder sie zu halten (statische Arbeit).

Definition von Kraft

Kraft = Masse Å~ Beschleunigung [F (Newton) = m (kg) Å~ a (m ÷ sÇ)]

Physiologisch lässt sich Kraft definieren als die Fähigkeit des Muskels, sich zu kontrahieren und dabei Längenveränderungen bzw. Zugspannungen zu entwickeln. Die Kraftfähigkeit ist die energetische Basis für alle sportlichen Leistungen, bei denen die beanspruchten Muskeln mehr als 30 % ihrer maximal verfügbaren Kraft einsetzen müssen. Nach derzeitigem Kenntnisstand ist eine Einteilung in Maximalkraft, Schnellkraft, Reaktivkraft und Kraftausdauer sinnvoll.

Arten von Kraft

Kraft im Sport wird unterteilt in verschiedene Arten von Kraft:

  • Maximalkraft | Die Maximalkraft ist die größtmögliche Kraft, die willkürlich gegen einen Widerstand ausgeübt werden kann. Nach neueren Untersuchungen zu den Kraftarten wird die Maximalkraft als eine Basiskraft dargestellt. Diese Tatsache ist auch für die Trainingsmethodik von Bedeutung, denn von der Maximalkraft sind alle anderen Kraftarten sowie Berechnungen der Trainingslasten in gewisser Weise abhängig.
  • Schnellkraft | Sie ist die Fähigkeit, optimal schnell Kraft zu bilden (den eigenen Körper oder ein Gerät mit hoher Geschwindigkeit zu bewegen bzw. Widerstände mit höchstmöglicher Kontraktionsgeschwindigkeit zu überwinden).
  • Reaktivkraft | Reaktivkraft ist die Fähigkeit, bei Dehnungsverkürzungszyklen der Muskulatur einen hohen Kraftstoß zu erzeugen (Kombination von exzentrischer und konzentrischer Kontraktion).
  • Kraftausdauer | Die Kraftausdauer ist die Ermüdungswiderstandsf.higkeit bei lang andauernden oder sich wiederholenden Kraftleistungen.
  • Absolute Kraft | Sie ist das höchstmögliche Kraftpotenzial, das ein Muskel aufgrund seines Querschnitts und seiner Qualität zur Verfügung hat. Neben der willkürlich entwickelbaren Kraft kommt die Möglichkeit der autonom geschützten Reserven hinzu.
  • Relative Kraft | Die relative Kraft ist die maximale Kraft, die ein Sportler im Verhältnis zu seinem Körpergewicht entwickeln kann (also: relative Kraft = Maximalkraft ÷ Körpergewicht).

Literaturnachweise

  • Hottenrott, K. et al. (2010). Trainingswissenschaft: Ein Lehrbuch in 14 Lektionen
  • Schnabel, G. (2008). Trainingslehre – Trainingswissenschaft