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Lexikon Yoga Asanas Ardha Matsyendrasana (Halber Drehsitz B)

Ardha Matsyendrasana (Halber Drehsitz B)

Aus dem Sanskrit übersetzt bedeutet ardha = halb und matsya = Fisch. Matsyendra ist der mythische Begründer des Hatha Yoga und der Herr der Fische.

Diese Variation wird mit zwei gebeugten Beinen umgesetzt. Als Übung ist sie perfekt für mehr Flexibilität in Bezug auf Wirbelsäule und Psyche. Denn die Beweglichkeit unserer 24 Wirbelkörper hat nicht nur Einfluss auf unseren physischen Körper, sondern steht auch für mentale Flexibilität und Beweglichkeit im Geist. Möglich ist die Drehung der Wirbelsäule durch die Facettengelenke, die je nach Wirbelsäulenabschnitt unterschiedlich ausgerichtet sind. Beim Drehsitz geht es darum, die Drehung in der Brustwirbelsäule zu intensivieren (die Lendenwirbelsäule wird nicht belastet, da hier durch die Anordnung der Facettengelenke eine Drehung kaum möglich ist). So wird der Brustkorb beweglicher und die Muskeln des oberen Rückens werden gut gedehnt. Ein Gefühl von Zentriertheit und innerer Aufrichtung entwickelt sich.

Ausführung:

  • Aus der Stabhaltung das rechte Bein anwinkeln und dabei den Fuß in Richtung der linken Gesäßhälfte ziehen.
  • Das Knie bleibt locker auf dem Boden.
  • Den linken Fuß über das vor dem Körper liegende rechte Knie setzen.
  • Das Knie des linken angewinkelten Beines sollte dabei nach Möglichkeit aufrecht aufgestellt sein. Beide Gesäßhöcker haben Bodenkontakt.
  • Mit der nächsten Einatmung den Rücken strecken, das Brustbein aufrichten und den Bauchnabel zur Wirbelsäule ziehen.
  • Im Zuge der Ausatmung mit dem rechten Arm das nun aufgerichtete linke Knie kreuzen und bei jeder Ausatmung tiefer in die Rotationsbewegung und Dehnung gehen.
  • Dabei den linken Gesäßhöcker tief im Boden lassen. In der Position tief und gleichmäßig ein- und ausatmen.

In der Position:

  • Die Gesäßhöcker tief in den Boden drücken
  • Der Bauch geht am Oberschenkel vorbei
  • Bauchnabel zieht zur Wirbelsäule
  • Schultern sind tief
  • Mit der Einatmung streckt sich der Rücken
  • Beim Ausatmung rotieren
  • Der Nacken ist lang
  • Rechte Fußspitze anziehen

Hinweise:

  • Der Brustkorb bleibt während der gesamten Ausführung geschwellt.
  • Das gestreckte Bein ist angespannt und die Fußspitze ist angezogen.
  • Das Brustbein sollte angehoben bleiben und der Rücken ist gestreckt.
  • Während des Ausatmens finden die Rotationen statt; die Phase des Einatmens wird verlängert.
  • Nur soweit in die Rotation gehen, wie es angenehm ist.

Variationen:

  • Das Knie umfassen, falls der Arm nicht an die Außenseite des Oberschenkels gesetzt werden kann
  • Falls das auch nicht möglich ist, Schneidersitz und leichte Rotationsbewegungen nach rechts und links – Twist

Positive Wirkungen:

  • Bauchorgane werden intensiv durchblutet
  • Entgiftende Wirkung
  • Blutzufuhr zur Wirbelsäule wird stimuliert
  • Verspannungen in der Brustwirbelsäule werden gelöst
  • Verdauung wird angeregt
  • Tiefe Gesäßmuskulatur wird gedehnt
  • Skoliose (seitliche Abweichung der Wirbelsäule) wird ausgeglichen
  • Innere Organe werden von Stauungen befreit

Kontraindikationen:

  • Bei akuten Wirbelsäulenproblemen, Entzündungen im Bauchraum und in der Schwangerschaft ist bei diesem Asana Vorsicht geboten. Es kann aber eine leichtere Variante geübt werden, z. B. Bharadvajasana – der einfache Twist im Sitzen oder im Stehen.